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Absinth (französisch: Absinthe) ist ein alkoholisches Getränk, welches Wermut, Anis und andere Kräuter enthält. Im besten Fall ist es ein Destillat aus diesen Stoffen, welches zum Schluss einen Alkoholgehalt von klassischen 68 Vol.% hat. Auch Alkoholgehalte von 45%Vol bis 74%Vol stellen keine Seltenheit dar. Wobei ungefähr 60%Vol. die klassische untere Schmerzgrenze darstellen.

Farblich sind traditionelle Absinthe oft farblos bis sehr leicht grünlich. Stechende Farben werden oft künstlich erzeugt. Das ist in etwa so sinnvoll als schütte man Wasserfarbe in Wodka, nur damit er nicht so blass aussieht.

Absinthe vollkommen ohne Anis sind eigentlich keine Absinthe. Auch Zucker findet sich in der ursprünglichen Rezeptur nicht, wobei eine leichte Vorzuckerung noch kein Hinweis auf ein schlechtes Produkt ist. Viele heutige Absinthe, welche aus Ölen oder Mazeraten (Einweichen von Kräutern in Alkohol) bestehen, nennen sich zwar Absinth, werden aber in Fachkreisen als eher minderwertig angesehen.

Absinth ist legal und enthält reglementierte Mengen an Thujon. Dieser Stoff findet sich in dem Wermutkraut wieder und gelangt über dieses in den Absinth. Seriöse Hersteller achten nicht auf einen hohen Thujon-Gehalt und versprechen keinen Rausch. Das Märchen um den Thujonrausch ist nichts weiter als eine Marketingstrategie zwecks Steigerung der Verkaufszahlen. Für gewöhnlich schwankt der Thujongehalt je nach Ernte des Wermutkrautes, hält sich aber weit unterhalb der gesetzlichen Grenzen auf. Zusatz von Wermutölen zwecks konstanten Thujongehalt ist ebenso unsinnig.

Inhaltsstoffe

Absinth ist eine wermuthaltige Bitterspirituose, welche meist die Kräuter Anis, Fenchel, Melisse und Ysop enthält. Der Name Bitterspirituose kommt auf Grund des bitter schmeckenden Wermuts zustande. Besonders der Bitterstoff "Absinthin" macht das Getränk normalerweise etwas bitterer, wobei man heutzutage durch Destillation einen milden Geschmack enthält. In der Regel hat ein Absinth einen Alkoholgehalt von 45-75 Vol.%, was die Spirituose im oberen Bereich der alkoholischen Getränke einordnen lässt. Wegen der typisch grünen Farbe und der besonders berauschenden Wirkung dieses Getränks ist Absinth auch als die "grüne Fee" bekannt.

Trink Rituale

Französische Art

Ohne Feuer, mit Zucker

  1. 4-6cl Absinth (bei starkem Absinth um die 70% etwa die Hälfte) in ein Glas geben.
  2. Einen Absinth-Löffel, mit einem Zuckerstück darauf, auf den Glas-Rand legen.
  3. Langsam und gleichmäßig eiskaltes Wasser darüber gießen, sodass der sich auflösende Zucker zusammen mit dem Wasser langsam durch die Löcher in das Glas träufelt.
  4. Das entstandene Gemisch mit dem Absinth-Löffel verrühren.
  5. Genießen.

Tschechische Art

Mit Feuer und Zucker

  1. 4-6cl Absinth (bei starkem Absinth um die 70% etwa die Hälfte) in ein Glas geben.
  2. Einen Absinth-Löffel, mit einem Zuckerstück darauf, auf den Glas-Rand legen. Das Zuckerstück mit Absinth beträufeln und anzünden.
  3. Sobald die Flamme erloschen ist, langsam und gleichmäßig eiskaltes Wasser darüber gießen, sodass der Zucker zusammen mit dem Wasser langsam durch die Löcher in das Glas träufelt.
  4. Das entstandene Gemisch mit dem Absinth-Löffel verrühren.
  5. Genießen.

Schweizer Art

Ohne Feuer und Zucker

  1. 4-6cl Absinth (bei starkem Absinth um die 70% etwa die Hälfte) in ein Glas geben.
  2. Langsam eiskaltes Wasser in das Glas geben.
  3. Das entstandene Gemisch mit dem Absinth-Löffel verrühren.
  4. Genießen.

Thujon

Neben dem starken Alkoholgehalt befindet sich auch Wermut, ein Thujon haltiges ätherisches Öl, in der Bitterspirituose Absinth. Dieses ätherische Öl gewinnt man aus der Wermutpflanze, die auch unter dem lateinischen Namen Artemisia absinthium bekannt ist. Deshalb entstand für das Getränk auch der Name Absinth. Der Wirkstoff Thujon (C10H16O) ist ein toxisches Nervengift, was angeblich in Verbindung mit Alkohol eine euphorisierend, stimulierend, berauschend und betäubende Wirkung hervorrufen soll. Der Wirkstoff tritt in Wechselwirkung mit dem "Cannabis-Rezeptor" und soll dort auch einen ähnlichen Rauschzustand wie Cannabis hervorrufen. Diese Bewusstseinsveränderung durch das psychoaktive Thujon ist jedoch Wissenschaftlich noch nicht bewiesen und wurde nur durch Erzählungen bekannt. In hohen Dosen sollen sogar Halluzinationen aufgetreten sein.

Durch diese berauschende Wirkung wurde Absinth auch lange Jahre in vielen Ländern der Welt illegal und ist erst wieder vor ein paar Jahren mit einer begrenzten Menge an Thujon in Deutschland erhältlich (35mg/kg Thujon in Bitterspirituosen).

Absinth-Essenz

Es gibt auch eine günstigere Variante um Absinth zu trinken - die Selbstherstellung mit einer Absinth-Essenz. Die Absinth-Essenz ist ein 20ml kleines Fläschchen mit einem starken Absinth-Konzentrat. Es besteht aus den 22 wichtigsten Hauptwirkstoffen des Absinths und enthält nebenbei 15-35mg Thujon pro 20ml. Nun muss man die Absinth-Essenz nur noch mit 750ml Schnaps und etwas Zucker mischen und fertig ist der eigene Absinth. Besonders eignet sich dazu eine klare Spirituose wie z.B. Wodka.

Herstellungsarten

Zuerst mal die 'historisch akzeptierten' Methoden. (Quellen: A. Bedel 1899, Pernod & Sons 1896)

Absinthe Suisse

Die Kräuter (oft getrocknet und zerkleinert) werden zumindest einige Stunden lang in neutralem sehr hochprozentigem Alkohol mazeriert (eventuell unter leichter Wärmeeinwirkung). Dann wird mit ein wenig Wasser versetzt und vorsichtig destilliert. Vorlauf und Nachlauf werden großzügig abgetrennt und verworfen. Das Destillat wird in einer Koloratur mit den geeigneten Kräutern (meist kleiner Wermut, Ysop, Melisse, Minze, usw...) vermischt und unter leichter Wärmeeinwirkung mazeriert. Danach wird filtriert oder ab gesiebt. Das nun geschmacklich abgerundete und natürlich gefärbte Destillat wird mit grad genügend Wasser vermischt um es auf 68 - 72 Vol. % Alkohol zu bringen. Zum Schluss wird es in Fässer gefüllt und ein paar Monate gelagert, erst dann erreicht es seine höchste Qualität und Trinkbarkeit.

Absinthe Fine

Wird im Prinzip wie Absinthe Suisse hergestellt. Nachher wird das Destillat allerdings nicht nur mit dem nötigen Wasser vermischt sondern auch mit Alkohol gestreckt und auf 68 - 72% gebracht. Um das an einem (fiktiven) Beispiel deutlich zu machen:

Absinthe Suisse z.B. 40ml Destillat + Wasser

Absinthe Fine z.B. 20ml Destillat + 20ml Alkohol + Wasser

Absinthe Demi-Fine

Wie Absinthe Fine wird aber auf etwa 50 - 60% verdünnt.

Absinthe Ordinaire

Wie Absinthe Fine wird aber auf etwa 45 - 50% verdünnt.

Absinthe des Essences

Durch verschiedene Methoden gewonnene Pflanzenöle (oft nicht für den menschlichen Verzehr gedacht) werden mit neutralem Alkohol(oft geringer Qualität und Reinheit) vermischt. Als Farbstoffe dienen meist synthetisiertes Indigo, Karamell, Olivgrün, etc. gelegentlich auch schon mal toxische Chemikalien und Schwer-Metallsalze.

Die heute üblichen Methoden:

Absinthe Fine

Siehe oben, mit dem Unterschied das heute nicht mehr lange genug gelagert wird. Beispiele hierfür: Emile68, Emile Blanche, Lemercier 72, Logan Fils 68.

Absinthe Demi-Fine

Siehe oben. Beispiele hierfür: Kübler 57, Sebor 55

Absinthe Ordinaire

Siehe oben. Beispiele hierfür: Emile45, Lemercier 45, Kübler 45, Fracois Guy, Segarra

Absinthe aus Destillaten und Mazeraten / Essenzen

Bei den besten dieser Kategorie werden alle Kräuter einzeln mazeriert und destilliert. Die Destillate werden dann dem Rezept entsprechend zusammengemischt. Wenn die Farbe natürlich und durch Mazeration entstanden ist könnte man solche Absinthe eigentlich noch unter Fine, Demi-Fine und Ordinaire einordnen auch wenn die Herstellung ein wenig unorthodox ist. Ich glaube Libertine wäre so einer wenn er tatsächlich Wermut enthalten würde. Bei den schlechteren werden Destillate, Mazerate und Öle wild durcheinandergemischt(ich glaube MataHari ist so ein Kandidat). Solange wenigstens der Wermut destilliert ist ist das noch halbwegs akzeptabel wenn auch nicht wünschenswert. Die Farbe kommt dann oft von den Mazeraten oder von Lebensmittelfarbe. Ich vermute von Candela das er zumindest ein Wermutdestillat enthält.

Während die besseren dieser Kategorie wie gesagt auch unter 1 - 3 stehen könnten, würde ich die schlechteren je nach Zusammensetzung unter 4 - 6 einreihen.

Absinthe des Essences

Durch verschiedene Methoden gewonnene Pflanzenöle werden mit neutralem Alkohol vermischt. Als Farbstoffe dienen meist synthetisiertes Indigo, Karamell, Olivgrün etc.

Im Allgemeinen kann man heut davon ausgehen das diese Absinthe harmlos sind und modernen Qualitätsstandards entsprechen. Auch wenn die Qualität der Öle vor allem bei billigeren Marken zumindest Fragen aufwirft. Pflanzenöle werden oft für Parfüms, Duftlampen oder als Haut-Öle zur äußerlichen Anwendung hergestellt, Wermut Öl als Nahrungszusatz ist meines Wissens nicht üblich. Deshalb würde ich vermuten, dass manche Firmen vielleicht empyreumatisches oder nicht 100% reines Öl verwenden. Aber keine Angst das ist wie mit den E's, tot umfallen wird davon wohl keiner.

Mazerierte Absinthe

Hier werden einfach die Kräuter in Alkohol mazeriert, abfiltriert und auf den gewünschten Alkoholgehalt verdünnt.

Eine typische Herstellungsweise für Pastis (der ja normalerweise keinen großen Wermut enthält). Mazerierter Absinthe enthält jedoch aufgrund des Wermuts sehr starke Bitterstoffe (Absinthin z.B.) sowie höhere Mengen an Thujon, Sabinen, Phellandren usw.

Ein destillierter Absinthe mit hoher Wermutmenge und ausgeprägtem Wermutgeschmack ist normalerweise höchstens leicht und angenehm bitter. Ein mazerierter Absinthe der nennenswerte Mengen an Wermut enthält schmeckt wie Zelena Musa, King oder Huguet (oder je nach Menge noch wesentlich bitterer).